hartz-IV-irrsinn

Hartz-IV-Irrsinn in Ribnitz-Damgarten
Mann soll von 1,06 Euro im Monat leben !

1,06 Euro pro Monat zahlt das Jobcenter Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) an Joachim W. (53). Dieser ist nach einer Pleite mit einem Bauunternehmen arbeitslos, will jedoch schnellstens wieder in seinem Beruf auf die Beine kommen.

Was zunächst wie ein schlechter Scherz klingt, ist jedoch bittere Realität: Der Bauunternehmer, der mit Genehmigung der ARGE einer selbstständigen Tätigkeit nachgeht bekommt seit über 6 Monaten weder Miete noch Grundsicherung bezahlt !

Begründung im Bescheid des Jobcenters: Joachim W. musste eine 6-monatige Einnahmen/Kosten-Vorausschau (EKS) für seine selbstständige Tätigkeit abliefern. In dieser gab er seine voraussichtlichen Einkünfte und Ausgaben an und kam rechnerisch auf ein Durchschnittsminus von rund 50 Euro pro Monat.

Die ARGE jedoch, verrechnete nur die Einnahmen und berücksichtigte die Betriebsausgaben fast gar nicht !

Das irre Ergebnis: Der Mann, der jeden Monat rund 50 Euro Minus macht bekommt vom Jobcenter nur noch 1,06 Euro im Monat ausbezahlt.

„…Ich weiß nicht mehr weiter. Ich kann weder meine Miete bezahlen noch meiner beruflichen Tätigkeit mehr nachgehen. Strom und Wasser wurden bereits gesperrt, mein Vermieter hat mir gekündigt und Räumungsklage eingereicht…“, erzählte mir W. letzte Woche.

Beim Jobcenter in Ribnitz-Damgarten wollte man zu dem Vorfall keine Stellung nehmen und berief sich auf den Datenschutz. Nur soviel: „Wenn wir einen Bescheid erlassen, dann hat das auch seine Richtigkeit“, ließ man telefonisch verlauten.

Joachim W. will nun anwaltlich gegen die Behörde vorgehen.